Die Absprungrate – im Englischen „Bounce Rate“ – ist eine der meistdiskutierten Kennzahlen im Online-Marketing. Doch was bedeutet sie genau? Und warum ist sie so wichtig für den Erfolg Ihrer Website? In diesem Beitrag erfahren Sie, was die Absprungrate bedeutet, welche Werte als gut oder schlecht gelten, wie sie sich von der Ausstiegsrate unterscheidet und mit welchen Maßnahmen Sie Ihre Website nachhaltig optimieren können.
Was bedeutet Absprungrate?
Die Absprungrate zeigt den Prozentsatz der Besucher, die Ihre Website nach dem Aufrufen einer einzigen Seite wieder verlassen – ohne weitere Klicks oder Interaktionen. Ein Beispiel:
- 100 Personen besuchen eine Unterseite Ihres Shops.
- 56 davon verlassen die Seite sofort wieder.
→ Ihre Absprungrate liegt bei 56 %.
Diese Kennzahl wird von Tools wie Google Analytics (in GA4 eher als Engagement-Rate definiert) bereitgestellt und ist ein Indikator für die Relevanz und Qualität Ihrer Inhalte.
Was ist der Unterschied zwischen der Absprungrate und der Ausstiegsrate?
- Absprungrate = Besucher verlässt die Seite sofort nach dem ersten Seitenaufruf.
- Ausstiegsrate = Besucher verlässt die Seite am Ende seiner gesamten Sitzung (egal, wie viele Seiten er vorher angesehen hat).
Ist die Absprungrate ein Rankingfaktor bei Google?
Ein weit verbreiteter Mythos lautet:
„Eine hohe Absprungrate schadet automatisch dem Ranking.“
Die Wahrheit: Google nutzt die Absprungrate nicht direkt als Rankingfaktor.
Allerdings hat sie einen indirekten Einfluss:
- Eine hohe Absprungrate kann auf schlechte Nutzererfahrung hinweisen.
- Wenn Nutzer Inhalte nicht finden, die sie erwarten, wirkt sich das auf die Verweildauer und Conversions aus und damit mittelbar auch auf Ihren SEO-Erfolg.
Wo finde ich die Absprungrate in Google Analytics?
In Google Analytics 4 ist die Absprungrate nicht sofort sichtbar, lässt sich aber mit wenigen Schritten im Bericht aktivieren:
- Gehen Sie links in die Berichte.
- Wählen Sie Engagement → Seiten und Bildschirme.
- Klicken Sie oben rechts auf Bericht anpassen (Stiftsymbol).
- Unter Metriken hinzufügen können Sie die Absprungrate aktivieren.

Durchschnittliche Absprungraten nach Seitentyp
Damit Sie Ihre eigene Absprungrate besser einordnen können, lohnt sich ein Blick auf die durchschnittlichen Werte, die je nach Seitentyp sehr unterschiedlich ausfallen.
- Blogs & Ratgeberseiten: 65–90 %
Besucher lesen meist nur einen Artikel und verlassen danach die Seite. Das ist normal und kein schlechtes Zeichen. - Landingpages (z. B. aus Ads): 50–70 %
Besonders bei sehr fokussierten Kampagnen, wo Nutzer nur eine bestimmte Information oder Aktion suchen. - Onlineshops (Produkt- & Kategorieseiten): 40–60 %
Werte darunter gelten als sehr gut. Alles darüber kann auf Probleme bei Produktinfos, Usability oder Ladezeiten hindeuten. - Startseiten / Portale: 20–40 %
Hier klicken Besucher meist weiter, um sich zu orientieren. - Service- & Kontaktseiten: 10–30 %
Da Nutzer gezielt Informationen suchen (z. B. Telefonnummer, Öffnungszeiten), sind die Absprungraten in der Regel sehr niedrig.
Wichtig: Kontext zählt mehr als der reine Wert
- Hohe Absprungraten können normal sein – etwa bei Blogs, wo Besucher nur einen Beitrag lesen.
- Niedrige Absprungraten sind nicht immer gut – z. B. wenn Nutzer zwar klicken, aber nicht finden, was sie suchen.
- Analyse nach Seitentyp ist entscheidend: Die Absprungrate der Startseite sollte nicht mit einem Blogartikel verglichen werden.
5 erprobte Tipps zur Senkung der Absprungrate
1. Klare und relevante Inhalte bieten
Ihre Überschrift sollte exakt das halten, was der Suchende erwartet. Wenn jemand „beste Winterjacken für Kinder“ googelt, muss der Inhalt dazu passen.
2. Ladezeiten optimieren
Jede zusätzliche Sekunde Ladezeit erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Besucher abspringen. Tools wie PageSpeed Insights helfen bei der Analyse.
3. Mobile First
Über 75 % der Zugriffe erfolgen mobil – eine nicht optimierte Seite sorgt fast automatisch für hohe Absprünge.

4. Interne Verlinkungen einsetzen
Leiten Sie Besucher gezielt zu weiterführenden Inhalten – etwa von einem Blogartikel zu passenden Produkten oder tiefergehenden Guides.
5. Starke Call-to-Actions integrieren
Buttons wie „Jetzt anfragen“, „Produktdetails ansehen“ oder „Weitere Tipps lesen“ geben Orientierung und verlängern die Sitzungsdauer.
Absprungrate als Chance verstehen
Die Absprungrate ist kein direkter Rankingfaktor, aber ein wichtiger Spiegel der Nutzerzufriedenheit. Statt sie als Bedrohung zu sehen, sollten Sie sie als Optimierungschance begreifen: Jede gesenkte Absprungrate bedeutet in der Regel mehr Interaktionen, längere Verweildauer – und bessere Chancen auf Umsatzsteigerung.
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