Lizenzmodelle JTL 2026 – Preisänderungen und Technologiewechsel strategisch meistern

Warum 2026 ein Schlüsseljahr für JTL-Händler ist

Ab April 2026 stellt JTL seine Lizenzstruktur grundlegend um – gleichzeitig erfordert der technische Unterbau ein Infrastruktur-Update. Wer beides isoliert betrachtet, riskiert unnötige Kosten und Kompatibilitätsprobleme. Dieser Leitfaden ordnet alle Änderungen ein, zeigt Übergangsfristen auf und liefert eine konkrete Checkliste, mit der Sie Ihre JTL-Wawi-Umgebung zukunftssicher aufstellen.

Über 40.000 Händler im deutschsprachigen Raum setzen auf JTL als zentrale Warenwirtschaft. Wenn JTL gleichzeitig seine Preise anpasst und die technologische Basis erneuert, betrifft das nicht nur die IT-Abteilung – es betrifft die gesamte Geschäftsplanung. Genau deshalb haben wir als langjähriger JTL-Servicepartner diesen umfassenden Überblick erstellt: praxisnah, strategisch und mit konkreten Handlungsempfehlungen.

Warum 2026 ein Schlüsseljahr für JTL-Händler ist

Wer seit vielen Jahren mit JTL arbeitet, weiß: Technische Stabilität entsteht nicht durch Stillstand, sondern durch rechtzeitige Anpassung. Das Jahr 2026 bringt zwei parallele Veränderungen, die zusammengedacht werden müssen:

  1. Technologiewechsel: JTL entwickelt die Wawi technisch weiter und richtet sie konsequent auf moderne Plattformen aus – mit neuen Anforderungen an Server, Clients und Laufzeitumgebungen.
  2. Neue Lizenzmodelle: Zum 01.04.2026 passt JTL seine Preisstruktur und Inhalte der Leistungspakete an. Ein neues Jahresabo-Modell kommt hinzu, bestimmte Funktionen werden höheren Editionen zugeordnet.

Beide Themen isoliert zu betrachten, wäre aus strategischer Sicht ein Fehler. Denn wer ohnehin ein Serverupgrade plant, sollte gleichzeitig prüfen, ob das bestehende Lizenzmodell noch zur Unternehmensgröße passt. Und umgekehrt kann eine Lizenzanpassung der richtige Anlass sein, die Infrastruktur endlich zu modernisieren.

Technologiewechsel bei JTL – was sich technisch ändert

JTL entwickelt die Wawi konsequent weiter. Damit zukünftige Updates weiterhin möglich sind, sollten Ihre Systeme heute bereits auf dem empfohlenen Stand sein. In der Praxis sehen wir regelmäßig Installationen, die noch auf älteren Serverversionen laufen. Kurzfristig funktioniert das häufig noch – mittelfristig blockieren solche Umgebungen jedoch Updates oder führen zu unnötigen Kompatibilitätsproblemen.

Microsoft SQL Server 2022 als neue Datenbankplattform

Für produktive Umgebungen empfiehlt JTL den Microsoft SQL Server 2022 als Datenbankplattform. Gleiches gilt für das Serverbetriebssystem: Windows Server 2022 ist die stabile Basis.

Neuere Versionen wie Windows Server 2025 oder SQL Server 2025 werden perspektivisch ebenfalls unterstützt, sind aktuell jedoch noch nicht freigegeben. Wer heute investiert, sollte daher auf die bewährte 2022er-Plattform setzen.

> Praxis-Tipp: Prüfen Sie jetzt, welche SQL-Server-Version in Ihrer Umgebung läuft. Ein Upgrade von SQL Server 2017 oder 2019 auf 2022 ist in den meisten Fällen mit überschaubarem Aufwand möglich – vorausgesetzt, es wird rechtzeitig geplant.

.NET 10 wird zur technischen Grundlage

Auf allen Systemen, auf denen der JTL-Wawi-Server oder ein Wawi-Client läuft, muss künftig .NET 10 installiert sein. Das betrifft drei Komponenten:

  • Core Runtime
  • Desktop Runtime
  • ASP.NET Runtime

Wichtig dabei: .NET 10 wird in der Regel nicht automatisch mit Windows ausgeliefert. Es muss gezielt manuell nachinstalliert werden. Fehlt eine dieser Komponenten oder ist eine ältere Version aktiv, kann es zu Installationsabbrüchen, Funktionsstörungen oder Update-Problemen kommen.

Gerade in gewachsenen IT-Strukturen ist das ein Punkt, der oft übersehen wird. Wir empfehlen daher, alle produktiven Systeme einmal strukturiert zu prüfen und sauber zu dokumentieren.

Windows 11 Pro statt Home – warum das für Wawi-Clients entscheidend ist

Für Client-Arbeitsplätze sollte konsequent auf Windows 11 Pro gesetzt werden. Windows 11 Home ist für produktive ERP-Arbeitsplätze nicht geeignet.

Der Grund liegt weniger in der reinen Performance als vielmehr in den:

  • Fehlenden Verwaltungsfunktionen (Gruppenrichtlinien, Remote Desktop)
  • Eingeschränkten Domänenfähigkeit (kein Active-Directory-Beitritt)
  • Reduzierten Sicherheitsoptionen (BitLocker nur eingeschränkt, keine Hyper-V-Unterstützung)

In einer professionellen Warenwirtschaftsumgebung sollte die Client-Infrastruktur genauso ernst genommen werden wie der Server.

JTL-Lizenzmodelle ab April 2026 – die neue Preisstruktur im Überblick

Zum 01.04.2026 führt JTL eine überarbeitete Preis- und Paketstruktur ein. Die vollständige Gesamtübersicht der Änderungen veröffentlicht JTL direkt unter jtl-software.com/de/angebotsgestaltung-ab-april-2026. Neu ist unter anderem ein Jahresabo-Modell. Die neuen Lizenzen können laut JTL bereits ab Mitte März 2026 gebucht werden. Im Folgenden ordnen wir die wesentlichen Änderungen je Edition ein:

JTL Start – was sich ändert

JTL Start bleibt der Einstieg für Gründer und kleine Händler. Allerdings gibt es spürbare Einschränkungen:

  • Lokale Shop-Connectoren (WooCommerce, PrestaShop, eigenentwickelte Shop Connectoren) sind mit JTL Start künftig nicht mehr nutzbar. Diese Anbindungen erfordern mindestens JTL Advanced.
  • Die JTL-Wawi-App-Nutzung wird limitiert und ist in JTL Start nicht mehr enthalten.
  • Kunden mit aktiver App-Lizenz werden entsprechend ihrer Nutzung in JTL Advanced eingeordnet.

Für Händler, die bisher mit JTL Start und einem WooCommerce-Shop gearbeitet haben, bedeutet das: Ein Editions-Upgrade wird notwendig.

JTL Advanced, Pro und Enterprise – die wichtigsten Neuerungen

Die höheren Editionen erhalten erweiterte Funktionen, gleichzeitig werden bestimmte Leistungen klarer abgegrenzt:

MerkmalStartAdvancedProEnterprise
Lokale Shop-Connectoren❌ Nein✅ Ja✅ Ja✅ Ja
JTL-Wawi-App❌ Nein✅ Ja✅ Ja✅ Ja
Packtisch-NutzerBegrenzt – 1 NutzerBegrenzt – 3 NutzerBegrenzt – 7 NutzerUnbegrenzt
JTL ShippingLabels*1❌ Nein✅ Ja✅ Ja✅ Ja
JTL-POS-Anbindungen*2Begrenzt – 1 AnbindungBegrenzt – 3 AnbindungenBegrenzt – 5 AnbindungenUnbegrenzt

*1Übergangsregelung für Bestandskunden bis mindestens 30.06.2026 – siehe Abschnitt Übergangsfristen.
*2Wird künftig editionsübergreifend pro Anbindung an JTL Wawi berechnet.

JTL POS, ShippingLabels und Packtisch – Änderungen im Detail

Drei Bereiche verdienen besondere Aufmerksamkeit, weil sie den praktischen Alltag vieler Händler direkt betreffen:

JTL POS: Wird künftig editionsübergreifend pro Anbindung an JTL Wawi berechnet. Die maximale Anzahl an POS-Anbindungen pro Edition wird dabei ebenfalls begrenzt.

JTL ShippingLabels: JTL beschreibt ShippingLabels als Funktion, bei der Versandlabels direkt aus der Wawi heraus automatisiert gedruckt werden können. Erweiterte Shipping-Funktionen – darunter ausdrücklich JTL ShippingLabels sowie der Versanddatenexport per CSV – sind künftig den höheren Editionen vorbehalten. Perspektivisch soll JTL Shipping als neue Plattform in allen Editionen verfügbar werden, dafür wird allerdings JTL Wawi 2.0 oder neuer benötigt.

Packtisch-Nutzer: Die Anzahl der Packtisch-Nutzer wird je nach Paket begrenzt – planbarer, aber auch verbindlicher.

Das neue Jahresabo-Modell

Neben den monatlichen Tarifen bietet JTL erstmals ein Jahresabo an. Dieses Modell bietet in der Regel einen Preisvorteil gegenüber der monatlichen Abrechnung. Für Händler mit stabiler Geschäftsentwicklung kann sich der Wechsel finanziell lohnen – vorausgesetzt, die benötigte Edition steht bereits fest.

Übergangsfristen und Bestandsschutz – was Bestandskunden wissen müssen

JTL hat für Bestandskunden einen Übergangszeitraum angekündigt. Das betrifft insbesondere:

  • JTL ShippingLabels und CSV-Versanddatenexport: Voraussichtlich mindestens bis zum 30.06.2026 wie gewohnt nutzbar – auch in Editionen, die diese Funktionen künftig nicht mehr enthalten.
  • Lizenzanpassungen: Erfolgen laut JTL automatisch, wenn Funktionen genutzt werden, die nicht im ab 01.04.2026 geltenden Leistungsumfang der aktuellen Edition enthalten sind.

> Wichtiger Hinweis: Prüfen Sie vor dem 01.04.2026 im JTL-Kundencenter, welche Funktionen Sie aktuell nutzen und in welche Edition Sie nach der Umstellung eingeordnet werden. So vermeiden Sie überraschende Kostenanpassungen.

Technik und Lizenzmodell gehören zusammen betrachtet

In der Praxis erleben wir als JTL-Servicepartner häufig, dass Technik und Lizenzkosten getrennt bewertet werden. Das ist aus strategischer Sicht nicht sinnvoll.

Beispiel: Ein Händler mit drei Filialen plant ein Serverupgrade auf SQL Server 2022. Gleichzeitig nutzt er JTL Start mit einem WooCommerce-Connector. Ab April 2026 ist diese Kombination nicht mehr möglich – ein Upgrade auf JTL Advanced wird notwendig. Werden Server-Migration und Lizenzwechsel gemeinsam geplant, spart das Zeit, reduziert Ausfallrisiken und ermöglicht eine saubere Gesamtkalkulation.

Genau hier setzen wir an: Wir prüfen Ihre bestehende Umgebung, bewerten die Upgrade-Fähigkeit, kalkulieren Lizenzänderungen transparent durch und erstellen gemeinsam mit Ihnen eine saubere Migrationsstrategie.

JTL-Servicepartner WNM – Beratung zu Lizenzmodellen und Server-Migration

Checkliste – JTL-Umgebung zukunftssicher aufstellen

Nutzen Sie diese Checkliste, um Ihre JTL-Infrastruktur systematisch auf den Stand 2026 zu bringen:

  • [ ] SQL-Server-Version prüfen – Ziel: Microsoft SQL Server 2022
  • [ ] Serverbetriebssystem prüfen – Ziel: Windows Server 2022
  • [ ] .NET 10 auf allen Servern und Clients installieren (Core Runtime, Desktop Runtime, ASP.NET Runtime)
  • [ ] Client-Betriebssysteme prüfen – Ziel: Windows 11 Pro (kein Home)
  • [ ] Aktuelle JTL-Edition im Kundencenter prüfen – welche Funktionen werden genutzt?
  • [ ] Editions-Zuordnung ab 01.04.2026 klären – reicht JTL Start noch aus?
  • [ ] ShippingLabels-Nutzung prüfen – Übergangsfrist bis 30.06.2026 beachten
  • [ ] Lokale Shop-Connectoren identifizierenWooCommerce, PrestaShop etc. erfordern mindestens Advanced
  • [ ] Jahresabo vs. Monatstarif kalkulieren
  • [ ] Migrationszeitplan erstellen – Server, Lizenzen und Clients koordiniert umstellen

> Unser Angebot: Als langjähriger JTL-Servicepartner begleiten wir genau diese Transformationsprozesse – strukturiert, praxisnah und mit dem Blick für das Wesentliche. Jetzt unverbindlich anfragen.

So unterstützen wir Sie als JTL-Servicepartner

Bei WNM begleiten wir seit vielen Jahren Händler bei der Einrichtung, Optimierung und Migration von JTL-Umgebungen. Gerade in einer Phase wie dieser – in der sich Technik und Lizenzmodelle gleichzeitig ändern – profitieren Sie von einem Partner, der beide Seiten kennt.

Unsere Leistungen im Kontext der JTL-Umstellung 2026:

  • Infrastruktur-Analyse: Prüfung Ihrer Serverlandschaft, .NET-Umgebung und Client-Struktur
  • Lizenz-Audit: Transparente Kalkulation der neuen Lizenzkosten auf Basis Ihrer tatsächlichen Nutzung
  • Migrationsstrategie: Koordinierter Umstellungsplan für Server, Software und Lizenzen
  • Umsetzung: Serverupgrade, .NET-Installation, Client-Konfiguration und Funktionstest
  • Laufende Betreuung: Damit Ihre JTL-Umgebung auch nach der Umstellung stabil und updatefähig bleibt

2026 wird kein Jahr für spontane Schnellschüsse. Wer frühzeitig prüft, plant und umstellt, vermeidet Ausfallzeiten, Stress und unnötige Mehrkosten.

Häufige Fragen zu den JTL-Lizenzmodellen 2026

Wie viel kostet JTL ab April 2026?

Die Kosten hängen von der gewählten Edition ab. JTL Start bleibt als kostenloser Einstieg verfügbar, allerdings mit eingeschränktem Funktionsumfang. JTL Advanced, Pro und Enterprise sind kostenpflichtig und staffeln sich nach Funktionsumfang und Auftragsvolumen. Zusätzlich bietet JTL erstmals ein Jahresabo mit Preisvorteil an. Die vollständige Preisübersicht veröffentlicht JTL auf der offiziellen Seite zur Angebotsgestaltung ab April 2026.

Welche JTL-Edition brauche ich?

Das hängt von Ihren konkreten Anforderungen ab. Nutzen Sie lokale Shop-Connectoren (z. B. WooCommerce), benötigen Sie mindestens JTL Advanced. Setzen Sie JTL ShippingLabels oder erweiterte Packtisch-Funktionen ein, sind höhere Editionen erforderlich. Wir empfehlen, die tatsächlich genutzten Funktionen im JTL-Kundencenter zu prüfen und mit der neuen Editions-Matrix abzugleichen.

Was passiert, wenn ich nicht rechtzeitig umstelle?

Kurzfristig funktionieren bestehende Installationen in der Regel weiter. Mittelfristig riskieren Sie jedoch, dass JTL-Wawi-Updates nicht mehr kompatibel sind, wenn Ihre Server- und .NET-Umgebung veraltet ist. Zudem können ab 01.04.2026 automatische Lizenzanpassungen erfolgen, wenn genutzte Funktionen nicht mehr im Leistungsumfang Ihrer Edition enthalten sind.

Wem gehört JTL Software?

JTL-Software GmbH ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Hückelhoven (Nordrhein-Westfalen). Das Unternehmen entwickelt seit 2008 ERP- und E-Commerce-Lösungen speziell für den Onlinehandel im deutschsprachigen Raum.

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert im Februar 2026. Alle Angaben basieren auf den zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfügbaren Informationen von JTL-Software. Für verbindliche Preis- und Leistungsangaben verweisen wir auf die offizielle JTL-Website.

Jetzt unverbindlich beraten lassen