Mit der Veröffentlichung von JTL Wawi 2.0 hat JTL einen Schritt vollzogen, der weit über ein reguläres Funktionsupdate hinausgeht. Die neue Version legt das technische Fundament für Cloud-Dienste, modernere Versandprozesse und eine veränderte Update-Logik – und betrifft damit praktisch jeden Händler, der JTL Wawi im Einsatz hat. Gleichzeitig sorgen bevorstehende Schnittstellenabschaltungen bei DHL und DPD dafür, dass der Umstieg für viele Unternehmen nicht nur sinnvoll, sondern zeitkritisch wird.
Als langjähriger JTL Servicepartner ordnen wir bei wnm® die wichtigsten Neuerungen ein, bewerten die Auswirkungen auf bestehende Installationen und zeigen, worauf Sie beim Umstieg achten sollten.
Warum JTL Wawi 2.0 mehr ist als ein gewöhnliches Update
JTL Wawi 2.0 ist kein Release, das lediglich neue Funktionen ergänzt oder bestehende Fehler behebt. Es markiert den Beginn einer neuen technischen Ausrichtung innerhalb des gesamten JTL Ökosystems. JTL schafft mit dieser Version die Grundlage für kommende Cloud-Dienste, neue App-Strukturen und eine modernere Infrastruktur im Bereich Versand und Lager.
Aus unserer Sicht ist genau das der entscheidende Punkt: JTL verändert nicht einzelne Oberflächen, sondern stellt die Weichen für die kommenden Jahre neu. Wer JTL Wawi langfristig stabil, updatefähig und zukunftssicher betreiben möchte, sollte sich mit Version 2.0 daher jetzt ernsthaft auseinandersetzen – nicht irgendwann, sondern aktiv und geplant.
Neue Versionierung – Warum die Nummerierung jetzt Klarheit schafft
Mit JTL Wawi 2.0 führt JTL ein neues Versionsschema ein, das auf der sogenannten semantischen Versionierung basiert. Für den Alltag bedeutet das: Künftig lässt sich an der Versionsnummer deutlich schneller erkennen, welchen Charakter ein Release hat.
- Große Versionsnummer (Major): Enthält grundlegende technische Änderungen oder Architekturwechsel
- Mittlere Nummer (Minor): Bringt neue Funktionen, bleibt aber abwärtskompatibel
- Kleine Nummer (Patch): Fehlerbehebungen und Stabilitätsverbesserungen
Für Unternehmen mit gewachsenen Prozessen, mehreren Arbeitsplätzen, angebundenen Drittsystemen oder individuellen Erweiterungen ist das ein echter Vorteil. Updates lassen sich künftig sauberer planen, weil sofort erkennbar ist, ob ein Release eher ein Testkandidat für eine kontrollierte Einführung ist oder ob es sich um ein reines Wartungsupdate handelt. Diese Transparenz reduziert Unsicherheit und erleichtert die Abstimmung zwischen IT, Lager und Geschäftsführung erheblich.
Der Einstieg in die Cloud – Was JTL Wawi 2.0 technisch vorbereitet
Mit JTL Wawi 2.0 beginnt bei JTL erkennbar der Einstieg in eine hybride Cloud-Architektur. Dabei gilt ein wichtiger Grundsatz: Die Wawi bleibt weiterhin lokal installiert. JTL baut also nicht radikal um, sondern öffnet die bestehende On-Premises-Umgebung Schritt für Schritt für neue Cloud-Dienste. Dieser Ansatz ist aus unserer Sicht ausgesprochen sinnvoll, weil er bestehende Kunden nicht überfordert und gleichzeitig Raum für Innovation schafft.
Die dahinterliegende Strategie ist klar erkennbar: weniger isolierte Einzellösungen, zentralere Verwaltung und perspektivisch schnellere Bereitstellung neuer Funktionen – ohne dass jede Erweiterung klassisch lokal installiert werden muss.
JTL Hub und der neue App Store
Eine zentrale Rolle spielt dabei JTL Hub. Dort sollen langfristig Apps, Benutzer, Rechte und Cloud-Dienste zentral verwaltet werden. Ergänzt wird das durch den JTL App Store, der sich aktuell noch im Aufbau befindet. Erste Cloud-Services und Beta-Apps – darunter JTL Archive, Returnless und JTL Shipping 2.0 – werden bereits über diese Infrastruktur bereitgestellt.
Für viele Händler ist das die eigentliche Nachricht hinter diesem Release: Version 2.0 ist nicht nur eine neue Zahl, sondern die technische Basis für alles, was JTL in den kommenden Versionen ausrollen wird.
JTL Archive – Revisionssichere Belegarchivierung
Mit JTL Archive bringt JTL einen Cloud-Dienst an den Start, der in vielen Unternehmen sofort praxisrelevant ist. Ausgangsbelege aus der Wawi sollen automatisiert und revisionssicher in ein GoBD-konformes Archiv überführt werden.
Die Vorteile im Überblick:
- Archivierung läuft automatisiert im Hintergrund
- Manueller Aufwand für Belegablage sinkt deutlich
- Nachvollziehbarkeit im Prüfungsfall steigt
- Compliance-Anforderungen werden systematischer erfüllt
Gerade bei wachsenden Unternehmen wird das Thema Belegarchivierung oft zu lange unterschätzt. Solange das Belegaufkommen überschaubar bleibt, funktionieren viele Prozesse notdürftig. Mit zunehmendem Volumen steigen jedoch die Anforderungen an Struktur, Vollständigkeit und Prüfungsfähigkeit. JTL Archive ist deshalb nicht nur ein zusätzliches Modul, sondern ein Baustein, der kaufmännische Sicherheit im Tagesgeschäft verbessern kann.
> Hinweis: Für JTL Archive läuft aktuell eine Closed-Beta-Phase, für die sich interessierte Kunden anmelden können.

JTL Shipping 2.0 – Versand wird zentraler, robuster und flexibler
Aus unserer Sicht ist JTL Shipping 2.0 einer der spannendsten Bausteine in diesem Release. JTL bringt damit eine neue cloudbasierte Versandplattform in die Wawi, die mehrere typische Schwachstellen im Versand gleichzeitig adressiert.
Was JTL Shipping 2.0 konkret leisten soll:
- Zentrale Carrier-Steuerung: Verschiedene Versanddienstleister werden in einer einheitlichen Struktur zusammengeführt
- Automatisierte Entscheidungslogik: Regeln unterstützen die Auswahl des passenden Carriers
- Verbesserte Datenqualität: Weniger Fehler durch standardisierte Prozesse
- Höhere Ausfallsicherheit: Das System soll perspektivisch auf Störungen einzelner Schnittstellen reagieren können
- Bessere Auswertbarkeit: Versandkosten, Zustellqualität und Prozessleistung werden transparenter
Im Alltag bedeutet das vor allem: weniger Systemwechsel, weniger manuelle Sonderlogik im Kopf der Mitarbeitenden und eine bessere Grundlage für skalierende Versandprozesse. Versand wird damit nicht nur effizienter, sondern auch belastbarer.
Wichtig ist dabei die realistische Einordnung: Es geht hier nicht um eine neue Maske für den Labeldruck, sondern um den Aufbau einer modernen Versandplattform, die perspektivisch deutlich mehr leisten soll als klassische Carrier-Anbindungen. Die Anmeldung zum Beta-Test für Shipping 2.0 ist bereits verfügbar.
Neue WMS-Funktionen in JTL Wawi 2.0
Neben den Cloud-Diensten bringt JTL Wawi 2.0 auch im Bereich JTL WMS (Warehouse Management System) konkrete Weiterentwicklungen mit, die besonders in größeren oder wachsenden Lagerstrukturen relevant werden.
Die wichtigsten neuen WMS-Funktionen:
- Paketinhalt-Tracking beim Mehrpaketversand: Nachvollziehbarkeit, welcher Artikel in welchem Paket versendet wurde
- Neuer Versandtisch: Optimierte Oberfläche für die Versandabwicklung
- Speditionsmodul: Unterstützung für Speditionsversand direkt in der Wawi
- Anbindung von Versandstraßen: Integration automatisierter Verpackungs- und Versandlinien
Das sind keine kosmetischen Änderungen, sondern Erweiterungen, die Packprozesse, Nachvollziehbarkeit und Skalierbarkeit im Lager spürbar verbessern können. Wer Versand und Lager ohnehin weiter professionalisieren möchte, findet in diesen Funktionen handfeste Argumente für den Umstieg.
DHL und DPD – Warum der Umstieg jetzt dringend wird
Ein besonders wichtiger Aspekt, der in der allgemeinen Berichterstattung oft zu kurz kommt: DHL und DPD werden ihre bisherigen Schnittstellen einstellen. JTL weist selbst darauf hin, dass ein rechtzeitiger Wechsel auf JTL Wawi 2.0 notwendig ist, um Versandprozesse stabil weiterführen zu können.
Im Fall von DHL ist mit Version 2.0 außerdem der Wechsel auf DHL Versenden 4.0 verbunden – also auf die technische Grundlage, die den aktuellen Anforderungen des Dienstleisters entspricht.
Was das für Sie bedeutet:
Wenn Sie aktuell DHL oder DPD über JTL Wawi anbinden, ist der Umstieg auf Version 2.0 keine reine Zukunftsplanung, sondern eine operative Notwendigkeit. Ein zu langes Abwarten birgt das Risiko, dass bestehende Versandprozesse nicht mehr funktionieren, sobald die alten Schnittstellen abgeschaltet werden.
> Unsere Empfehlung: Prüfen Sie zeitnah, welche Versanddienstleister-Schnittstellen Sie aktuell nutzen, und planen Sie den Wechsel aktiv ein – idealerweise begleitet durch einen erfahrenen JTL Servicepartner.

Unsere Empfehlung als JTL Servicepartner
JTL Wawi 2.0 markiert aus unserer Sicht den Beginn einer neuen Ausbaustufe im JTL Ökosystem. Die Version bringt nicht nur neue Technik, sondern auch eine klarere Update-Logik, erste ernstzunehmende Cloud-Dienste und eine deutlich modernere Perspektive auf Versand, Archivierung und Lagerprozesse.
Genau deshalb sollte der Umstieg nicht nebenbei passieren. Er verdient einen klaren Blick auf bestehende Abläufe, angebundene Systeme und die eigene Wachsstumsstrategie.
Wir bei wnm® unterstützen Sie dabei:
- Bewertung Ihrer bestehenden JTL-Installation und Systemlandschaft
- Individuelle Update-Planung mit Testphase und Rollback-Strategie
- Prüfung Ihrer Versandprozesse im Hinblick auf DHL/DPD-Schnittstellenwechsel
- Einordnung der neuen Cloud-Dienste (Shipping 2.0, JTL Archive) für Ihre Anforderungen
- Begleitung bei der Einführung neuer WMS-Funktionen
Als langjähriger JTL Servicepartner helfen wir Ihnen, den Wechsel nicht nur technisch sauber, sondern auch strategisch sinnvoll umzusetzen.
→ Jetzt unverbindlich beraten lassen und den Umstieg auf JTL Wawi 2.0 planen
Häufige Fragen zu JTL Wawi 2.0
Was ist JTL Wawi 2.0?
JTL Wawi 2.0 ist die neueste Hauptversion der Warenwirtschaftssoftware von JTL. Sie führt eine neue semantische Versionierung ein, legt das technische Fundament für Cloud-Dienste wie JTL Shipping 2.0 und JTL Archive und bringt neue Funktionen für JTL WMS im Bereich Lager und Versand.
Was ändert sich mit JTL Wawi 2.0 beim Versand?
JTL Wawi 2.0 führt mit Shipping 2.0 eine neue cloudbasierte Versandplattform ein, die verschiedene Carrier zentral steuert, Entscheidungslogiken automatisiert und die Ausfallsicherheit erhöht. Zudem ist der Wechsel auf DHL Versenden 4.0 integriert, da DHL die bisherige Schnittstelle einstellen wird.
Muss ich jetzt auf JTL Wawi 2.0 umsteigen?
Ein sofortiger Umstieg ist nicht für jeden Händler zwingend, aber dringend empfohlen – insbesondere wenn Sie DHL oder DPD als Versanddienstleister über JTL anbinden. Die bisherigen Schnittstellen werden eingestellt. Eine frühzeitige Planung sichert stabile Versandprozesse.
Bleibt JTL Wawi weiterhin lokal installiert?
Ja. JTL Wawi bleibt auch in Version 2.0 eine lokal installierte Software. Allerdings wird die On-Premises-Umgebung schrittweise für Cloud-Dienste geöffnet. Man spricht von einer hybriden Architektur, bei der lokale Installation und Cloud-Services zusammenarbeiten.
Was ist JTL Archive?
JTL Archive ist ein neuer Cloud-Dienst, der Ausgangsbelege aus der Wawi automatisiert und revisionssicher in ein GoBD-konformes Archiv überführt. Der Dienst befindet sich aktuell in einer Closed-Beta-Phase.
Welche neuen WMS-Funktionen gibt es in JTL Wawi 2.0?
Zu den wichtigsten Neuerungen zählen Paketinhalt-Tracking beim Mehrpaketversand, ein neuer Versandtisch, ein Speditionsmodul und die Anbindung von Versandstraßen. Diese Funktionen verbessern Packprozesse, Nachvollziehbarkeit und Skalierbarkeit im Lager.
Wo kann ich JTL Wawi 2.0 herunterladen?
JTL Wawi 2.0 steht auf der offiziellen JTL-Website zum kostenlosen Download bereit. Vor der Installation empfiehlt sich eine sorgfältige Prüfung der bestehenden Systemumgebung, idealerweise mit Unterstützung eines JTL Servicepartners.
Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert im März 2026. Alle Angaben basieren auf den zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfügbaren Informationen von JTL.
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